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Ökumenische Erklärung  Oliva-Valencia 2005

 

FÜR DIE MENSCHLICHE WÜRDE

 Die christlichen Gemeinschaften der verschiedenen Konfessionen, die sich hier am Tag der Dreifaltigkeit neben dem ökumenischen Tempel in Oliva (Valencia) versammelt haben, möchten eine höhere Sichtweise der menschlichen Würde, die wir alle teilen, verkünden. Wir glauben, dass der Mensch nicht aus reinem Zufall in der Welt ist, sondern aus dem Willen Gottes, des Schöpfers, der den Menschen zu seinem eigenen Bild erschaffen hat als Mann und Frau, damit es in der Welt Geschöpfe gebe, die fähig sind, ihn zu erkennen, ihn zu lieben und sein Wort zu hören. So erkennt der Mensch Gott in der Schöpfung und weiss, dass er selbst nicht ein Erzeugnis der Natur ist, sondern des Willens Gottes.

Als Gott den Menschen als freies Wesen erschuf, gab er ihm die Möglichkeit, ihn zu suchen und anzuerkennen. Der Mensch entdeckte dann, dass alle Menschen als Kinder Gottes dieselbe grosse Würde besitzen. Deswegen ist es nicht erlaubt, den Menschen zu manipulieren oder zu missbrauchen oder ihn als ein Objekt zu behandeln, sondern als ein menschliches Subjekt, ein persönliches Wesen mit eigenem Gewissen vor Gott und vor den anderen. Jede Diskriminierung auf Grund von Rasse, Ideen oder Geschlecht vergreift sich an seiner menschlichen Würde. Jeder Reichtum, der andere Menschen arm macht, ist eine Beleidigung gegen seine Würde und ein Attentat gegen die Solidarität.

 Die Manipulation des menschlichen Lebens, auch unter dem Vorwand des medizinischen Fortschritts, ist ein Missbrauch gegen Gottes Plan. Über das Leben wehrloser Kranker oder Alter zu verfügen, steht nicht im Einklang mit dem Respekt gegenüber der Kinder Gottes. Die Beziehungen, die das Leben hervorbringt und die sich ergänzenden Rollen des Mannes und der Frau zu verachten, bedeutet, die Würde der Menschen, die als Abbild Gottes erschaffen sind, zu zerstören. Der Gedanke, dass jemand auf Grund seiner Intelligenz, Macht, Gesundheit oder Produktivität wichtiger ist, steht nicht im Einklang mit der menschlichen Würde. Ebenfalls ist es Verrat an der Würde des Menschen, andere wegen politischer oder anderer Gründe zu verachten.

 Alle Menschen sind gleich, wenn es um die Würde geht, weil sie alle Kinder Gottes sind. Das ist unsere Art und Weise die Würde des Menschen zu verstehen.

 Oliva, 22 Mai 2005.

 Katholiken, Anglikaner, Orthodoxe, Evangelische Christen